Fortbildung: Sprachförderkraft für berufsintegriertes Sprachlernen

Bei dieser Fortbildung handelt es sich um eine umfassende berufspädagogische Zusatzqualifikation für das berufliche Bildungspersonal.

Der Stellenwert der integrierten Sprachförderung in Ausbildung und Beruf wächst. Berufsschulen, ausbildende Einrichtungen und Betriebe stehen zunehmend vor der Herausforderung, auch das Thema „Sprachlernen“ in Ausbildung und Unterricht aufzunehmen. Benötigt werden hierfür geeignete Verfahren und Instrumente, die praktikabel und handhabbar sind und sich ökonomisch in den Ausbildungsalltag einfügen. Das Know-How, wie berufliche und sprachliche Bildung miteinander verknüpft werden können, wird in dieser Fortbildung angeboten.

An wen richtet sich das Angebot?

Die Fortbildung richtet sich an Personen, die aktuell in der beruflichen bzw. berufsschulischen Aus- und Weiterbildung arbeiten und Lernende mit unterschiedlichen Deutschkenntnissen auch sprachlich unterstützen möchten:

  • an Fachlehrkräfte in beruflichen und berufsausbildenden Schulen,
  • an Ausbilder/-innen und Praxisanleiter/-innen
  • an Trainer/-innen und Dozent/-innen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung

Ablauf und Inhalte der Fortbildung

Die Fortbildung umfasst 4 zweitägige Workshop-Module und 3 Reflexionstreffen zu je 2,5 Stunden.

In den Workshop-Modulen erarbeiten sich die Teilnehmenden die erforderlichen sprachtheoretischen und methodisch-didaktischen Kenntnisse, um fachliche Lernprozesse sprachförderlich zu gestalten. Gearbeitet wird nach den Prinzipien des Handlungs- und Erfahrungslernen. Entsprechend ist der Transfer auf den eigenen Arbeitsplatz in die Fortbildung integriert: In jedem Modul entwickeln die Teilnehmenden Ansätze der berufsintegrierten Sprachförderung für ihren aktuellen Bedarf; sie werden in der Folgezeit am Arbeitsplatz erprobt und in den Reflexionstreffen ausgewertet und weiterentwickelt.

Kompetenzerwerb

A Grundlegende berufspädagogische Methodenkompetenz

Die Fortbildung bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, grundlegende berufspädagogische Fähigkeiten für die Gestaltung von Ausbildungs- und fachlichen Lehrsituationen zu erwerben. Diese sind tragender Bestandteil der berufsintegrierten Sprachförderung und Voraussetzung für deren Umsetzung. Zugrunde gelegt ist hierfür das Modell der vollständigen Handlung, das die Teilnehmenden im Verlauf der Fortbildung mehrfach durchlaufen und in den berufspraktischen Phasen an ihrem Arbeitsplatz selbständig umsetzen.

B Methodenkompetenz für die berufsintegrierte Sprachförderung

In Verbindung mit dem oben skizzierten berufspädagogisch fundierten Ansatz der Lernprozessbegleitung können die Teilnehmenden im Verlauf der Fortbildung die Kernkompetenzen einer Sprachförderkraft für das berufsintegrierte Sprachlernen erwerben:

  • Reflektiertes Sprachverhalten
    • Sprachsensibilität in der Qualifizierung
    • Kenntnis der hochfrequenten bildungssprachlichen Strukturen
  • Sprachtheoretisches / linguistisches Grundlagenwissen
    • Systematischer Aufbau fach- und bildungssprachlicher Strukturen
  • Methodenkompetenz „berufsintegriertes Sprachlernen“
    • Verfahren der Sprachbedarfsermittlung
    • Sprachförderliches Methodenrepertoire
    • (Sprach-)Lernprozessbegleitung

Abschluss / Zertifikat

Die Fortbildung kann mit dem Zertifikat „Sprachförderkraft für berufsintegriertes Sprachlernen“ abgeschlossen werden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Aktive Teilnahme an allen 4 Modulen inkl. Reflexionstreffen
  • Bearbeitung der Selbstlernmaterialien
  • Umsetzung und Dokumentation von mindestens 3 Praxiserprobungen
  • Praktische Abschlussarbeit mit Dokumentation

Das Zertifikat ist 3 Jahre gültig und kann über die Teilnahme an einem Auffrischungsworkshop verlängert werden.

Qualitätssicherung

Die Fortbildung ist qualitätsgesichert und von der Hessischen Lehrkräfteakademie nach § 65 Hessisches Lehrerbildungsgesetz akkreditiert.